Tag 0: Flug nach NY

Eigentlich beginnt Tag 0 schon am Abend des 6. April. Nachdem das Fahrrad fertig im Karton verpackt ist, der von Fahrrad Swoboda in der Martinstraße gespendet wurde, und die Packtaschen in einem großen Seesack verschwunden sind, geht es zum Vorabend Check In am Flughafen Schwechat. Alles klappt wunderbar, vor allem da dem Schalterangestellten der AUA selbst nicht klar ist, wieviel das Sportgepäck kosten soll. Ich weiß es, es sind 150 Euro. Aber der arme Kerl ist so überfordert, dass er zuerst wissen will, wie schwer es ist, aber da der Riesenkarton nicht auf die Waage passt. Schließlich kommt er drauf, dass ich ja nach New York fliege, und da kostet das 2. Gepäckstück 40 Euro. Nun gut, zahlen wir halt 40 Euro, natürlich mit 10 Euro Bearbeitungsgebühr, damit es sich auch auszahlt…. Nun, nach der Zahlung kommt das Rad zum Großgepäck, wird noch einmal auf Sprengstoff überprüft, und die Reise geht, zumindest für den treuen Drahtesel los.

Am 7. April in der Früh geht es dann auch für mich los. Heike bringt mich zum Flughafen (vielen Dank dafür!) und nach einem langen Sicherheitscheck geht es mit 20 Minuten Verspätung auf den Weg nach Amerika. Im Flieger ist mein Sitznachbar sehr smalltalkfreudig. Wie lange ich denn in New York bleibe (er ist New Yorker). Einen Tag. Warum nur einen Tag will er wissen. Nun, ich rücke mit der Wahrheit heraus, er ist baff. Ob das nicht zu weit ist, ob mein Rad ein „super fancy bicycle“ ist. Wie meine „special diet“ ist, damit ich das durchstehe usw. Ich freu mich schon auf die erstaunten Gesichter unterwegs!
Pünktlich um 13:45 loc lande ich in New York. Immigration sehr gemütlch, und das Rad ist auch da. Allerdings ist der Karton auf der Unterseite offen (die Klammern die dort waren, halten offenbar nix), und die ganze Kiste steht Kopf. Kurze Kontrolle, alles da, nix fehlt. Perfekt. Ab zum Zoll, wo ich mit der Riesenkiste natürlich verdächtig bin. Also raus zur Kontrolle. Ob das Rad schmutzig ist, wie alt es ist, und auf welchen Strecken es sich bewegt. Der Zöllner war aber sehr freundlich, und nach 2 Minuten war die ganze Sache vorbei. Ich rate nur allen, die mit dem Rad in die USA kommen, es vorher gewissenhaft zu reinigen, denn Schlamm am Rad kann beim Zoll durchaus unangenehm werden, hatte ich zumindest das Gefühl.
Nun das nächste Problem: wie kommt man mit einer Kiste nach Brooklyn ins Hotel. Nun, Ground Transportation ist da sehr hilfreich, ich erscheine mit meiner Kiste dort, und bestelle „something to take me and this thing to Brooklyn“. Antwort: Dies ginge nur mit einem Minivan, kostet 65 $. Ist OK sage ich, damit hab ich eh gerechnet. Der Minivanfahrer war dann etwas verwundert, dass er für eine Person fährt, weil in den Van passen normal 10 Leute rein. Nun, oder eben ich und mein Rad. Als wir vom Ground Transportation Schalter weggehen sagt die nette Dame dort: „Finally that big thing ist gone…“. Am Schalter warte ich übrigens mit zwei netten Österreichern, die zuerst fragen, ob da ein KTM drin ist. Ist es natürlich nicht, ist ein Simplon in KTM Karton. Dass ich nach San Francisco will sag ich auch. Dass ich mit dem Rad aus dem Karton hinfahre, das überrascht sie. Ich werde noch fotografiert, überreiche die Adresse vom Weblog, und schon trennen sich unsere Wege wieder.
Im Hotel fällt meine Kiste nicht weiter auf, ich wuchte sie irgendwie aufs Zimmer, wo das Rad zusammengebaut wird. Auf den ersten Blick gibt es keine Transportschäden, hoffe es bleibt so. Nach dem Zusammenbauen den Karton noch zusammengeschnitten (siehe Bild), und entsorgt. Dann Abendessen, und mit einer Dose Bier zurück ins Zimmer, zusammenpacken, umorganisieren und Weblog schreiben. Morgen um 7 Uhr ist Frühstück, und dann geht es los mit Tag 1!
Hier ein paar Bilder von Tag 0:

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