Tag 6: Rasttag in Altoona, PA

Bedingt durch die leichten Knieprobleme war heute ein Rasttag in Altoona angesagt. Endlich einmal ausschlafen, und nicht um 6 Uhr aufstehen. Nun, nachdem um 9 Uhr Tagwache war, und ich um 9:20 Frühstücken wollte, habe ich festgestellt, dass nur bis 9 Frühstück ist. Verdammt! Nun, zum Glück war noch etwas Brot von der gestrigen Etappe da, und Kaffee gibt es ja rund um die Uhr am Gang im Hotel, also wurde es ein simples Frühstück. Nach diesem improvisierten Minifrühstück (morgen früher aufstehen!!) ging es in die Apotheke das Rezept (siehe Foto) einzulösen. Es ist interessant, wie hier die Apotheken funktionieren. Bei uns geht man mit dem Rezept hin, der Apotheker geht zum Regal, und nach etwa 1 Minute bezahlt man, und geht. Hier nicht. Hier werden deine Daten aufgenommen, inkl. health insurance. Hatte ich nicht, daher alles aus eigener Tasche (heiße 16 US$). Dann muss man etwa 10 Minuten warten, bis der Apotheker die Pillen in einer kleinen Orangen Dose hergerichtet hat. Dazu gibt es 4 Beipackzettel, und man muss zwei mal unterschreiben, dass man über alles aufgeklärt wurde, und dass man alle Fragen die man hatte gestellt hat, und der Apotheker gewissenhaft zu dir war.
Nach dem Apothekenbesuch war einmal ein Besuch im beheizten Hotelpool angesagt. Sehr gemütlich das ganze.
Dann ist dieses Weblog umgezogen. Hier vielen Dank an Raoul und IPAX, die das ganze so unkompliziert, und für einen Maschinenbauingenieur klar verständlich gemacht haben. Nach einigen E-Mails, Facebooknachrichten und Skype-Chats war es dann klar, und der Umzug ist fast fertig. Irgendwas mit den DNS Servern muss noch geschehen, das dauert noch ein bissi, aber weder für mich, noch für den geneigten Leser hat das irgendeine Relevanz. Danke jedenfalls für die Geduld, und ich denke, dass die Ausfälle damit der Vergangenheit angehören.
Nächster Programmpunkt war Wäschewaschen. Kostet 2 Dollar das Waschen, und 2 Dollar der Trockner. 50 Cent das Waschpulver. Klassische Amerikanische Waschmaschine, dauer 30 Minuten, Trockenzeit dann ca. 50 Minuten. Hierbei finde ich das US-Münzsystem interessant. Der kleinste Geldschein ist ja ein Dollar. Kennt man ja. Die größte Münze ist der berühmte Quarter, also 1/4 Dollar oder eben 25 Cent. Jetzt können manche Automaten, wie z.B. Parkuhren, oder eben Waschmaschinen keine Scheine annehmen, was dazu führt, dass man sehr viele Münzen braucht. Ich habe bei der Rezeption gewechselt, und gleich eine Rolle Quarter (=10 US$) gekriegt. Fürs waschen waren 8, und fürs trocknen auch 8 Quarter fällig, also ein ganzer Haufen Münzen.
Dann wurde das Gepäck etwas umorganisiert. Der große Seesack, und eine Winterjacke, die doch nicht notwendig sein wird, sollten nach Spartanburg, SC zu Onkel Harald geschickt werden. Ich habe mich dann aber dazu entschieden, das Zelt, Isomatte und Schlafsack auch mit zu schicken, und wenn ich in Campingbereich bin, lasse ich es mir von ihm an ein Hotel schicken. Das waren ganze 7 kg, die ich in den nächsten Tagen nicht mehr mitschleppen muss. Auch das Ladevolumen ist stark angestiegen, es wird jetzt möglich sein, genug Wasser zu bunkern.
Auf der Post, und ich wage jetzt zu behaupten, dass das US Postal Service sich von der Österreichischen Post ausschließlich dadurch unterscheidet, dass die Beamten dort Englisch sprechen. Jedenfalls bin ich dort etwas eingefahren, und habe das Paket unbeabsichtigt als priority geschickt. Wie kam es dazu? Nun, es gab Schachteln, und dazu ein Klebeband. Brav wie ich bin, packe ich alles in eine Schachtel, und klebe es zu. Fülle die Adresse aus, und gebe es ab. Tja, das Klebeband war ein Priority-Klebeband, was mir beim Kleben natürlich nicht aufgefallen ist. Pech gehabt.
Mittagessen war wieder bei Pizza Hut, weil mit dem Hotelschlüssel ein Rabatt von 15% drinnen war. Dort ist mir was lustiges untergekommen: Eine elektronische Alterskontrollenanzeige. Das ist sozusagen ein Kalender, der 21 Jahre hinterherhinkt. Damit man nicht rechnen muss, wenn jemand den Ausweis herzeigt. Ich hab das natürlich fotografiert, und wurde dann von der Kellnerin gefragt, warum ich das fotografieren. Ich hab dann natürlich nicht gesagt, weil ich das Ding blöd finde, und allen zeigen will, was für Auswüchse es bei der Alterskontrolle gibt, sondern dass ich die Idee gut finde, und man dann nicht jeden Tag rechnen muss. Dann wurde ich natürlich gefragt, wo ich her sei, und ab wann man dort Alkohol kriegt. Auf die Antwort 16 war die Kellnerin nicht ganz gefasst, und ziemlich überrascht. Dass man auch mit 14 was kriegt, hab ich lieber nicht gesagt. Dann kam natürlich die Frage, ab wann Rauchen erlaubt sei, wieder erstaunen, dass das auch schon ab 16 geht. Ich musste dann aber relativieren, dass es andere Dinge gibt, die bei uns viel strenger sind. Das sind einmal das Autofahren, was erst ab 18 erlaubt ist. Da war sie erleichtert, dass es auch bei uns Zucht und Ordnung gibt. Und dann hab ich noch nachgelegt, und gesagt, dass es sehr schwer ist „to get a gun in austria“. Da war sie völlig baff. Dass muss sie heute gleich ihrem Mann erzählen. Ich denke, sie ist froh, wenn man mit 21 trinken, mit 16 fahren, und jeder eine „gun“ haben kann.
Ansonsten war heute faulenzen angesagt, und die weiteren Tage planen. Um das Knie zu schonen wird es jetzt jeden Tag kürzer zur Sache gehen, die Kilometer werden später nachgeholt, wenn die Formkurve passt, und das Knie wieder so tut wie es soll. Da ich aber mit etwa 10 Reservetagen gerechnet habe, ist das nicht so schlimm.
Ich wünsche noch viel Spaß beim Lesen, und werde mich morgen Abend wieder melden!

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