Tag 8: Ligonier, PA – Morgantown, WV

Elevation Profile

Heute war ein schöner Tag. Es war zwar etwas kühl, aber Sonnig, das hat die Laune gehoben. Nachdem ich das Frühstück heute nicht verschlafen hatte, ging es um 7:45 in Altoona los. Heute das erste mal in meinem coolen Österreich Trikot. Fällt aber hier nicht auf, das Fähnlein am Rad ist da etwas auffälliger. Ich werde da glaube ich ab morgen als Geste meinem Gastgeberland gegenüber die US Flagge unter der Österreichischen hissen, so wie das auf Schiffen auch gemacht wird.
Hoffnungen auf einen leichten Tag hab ich mir von vornherein gar keine gemacht. So gut kenne ich Pennsylvania schon, dass ich denke, dass es hier keine Flachetappen gibt. Und wie es der Fahrradgott so wollte, hat es gleich einmal mit einer fast 15 Kilometer langen Steigung, die zwar nicht wirklich steil war, aber doch eine Steigung war. Aber durch den Rasttag gestärkt, und psychisch auf einen langsamen Klettertag eingestellt habe ich mit stoischer Ruhe eine Kurbelumdrehung nach der Anderen auf den Hügel rauf gefahren. Das bringt mich auf den Gedanken, wie viele Pedalumdrehungen auf dieser Tour wohl vorkommen werden. Glücklicherweise gibt mein Fahrradcomputer neben den unten angeführten Daten auch die durchschnittliche Trittfrequenz in Umdrehungen pro Minute an. Damit, und der Fahrzeit kann ich wohl die Kurbelumdrehungen eines jeden Tages berechnen. Heute wären dies bei 77 UPM und 414,5 Minuten wohl 31917 Umdrehungen. Das sind schon einige…
Sieht man von den Hügeln ab, und davon dass im Moment alles ohne Laub ist, ist Pennsylvania ein wunderschöner Bundesstaat. Eine Motorradtour im Spätsommer, wenn sich die Blätter langsam einfärben ist sicher traumhaft. Das schönste für mich an Pennsylvania sind die Schilder, wo vor starken Gefällen gewarnt wird. Was auch recht interessant ist, die Wiesen sind schon wirklich saftig grün, und überall wird der Rasen gemäht, aber die Bäume, wie gesagt, nicht einmal Knospen.
Aus diversen Fernsehsendungen kennt man ja die Weihnachtsdekorationen der US-Amerikaner. Lustig sind auch die Osterdekorationen, so findet man vor vielen Häusern Büsche, die über und über mit Plastikostereiern geschmückt sind. Aber noch lustiger finde ich, die Riesenosterhasenfiguren, und dann ist einer natürlich nicht genug.
Was mich heute auch leicht geärgert hat, oder besser gesagt, verwundert, weil ärgern habe ich mir heute verboten, ist dass das Gipfelschild nicht am summit, sondern 500 m vor dem summit steht…
Das Endziel der heutigen Etappe war Ligonier, PA, und es wird wohl das letzte mal sein, dass ich in Pennsylvania nächtige. Ligonier ist ein wunderschönes altes amerikanisches Dorf, welches auf ein Fort der Briten zurückgeht. Laut Infotafel, war es das erste Fort, welches westlich der Appalachen errichtet wurde, was mir insofern Hoffnung gibt, dass ich mittlerweile auch westlich der Appalachen bin. Ich erinnere mich jetzt gerade an den Geographieunterricht in der 3. Klasse, als wir beim seeligen Prof. Zoder die stumme Karte von Amerika können mussten. Da waren die Appalachen auch drauf, wenn ich damals gewusst hätte…
Zurück zu Ligonier. Ein kleiner Spaziergang, Abendessen bei Subway. Ist gar nicht so schlecht. Frisch zubereitetes Sandwich, sogar mit Pseudovollkornbrot, einen Fuß lang. Ich hatte Hunger, und habe zwei gegessen. Auch bei den Free-Refills habe ich mich schamlos bedient. Sollte ich meinen Plan wahr machen, und in Las Vegas vorbeiradeln, muss ich mich dort umgedingt an ein All-You-Can-Eat Buffet werfen! Geocachen war ich auch, aber leider erfolglos.
Nach dem Spaziergang mit Abendessen zurück im Hotel, und Routenplanung für die nächsten Tage. Im Hotel habe ich übrigens ein Behindertenzimmer gekriegt, damit das Fahrrad auch genug Platz hat! Die nächsten 5 Tage stehen jetzt fest, aber ich verrate nicht was die Tagesziele sind, damit ich nicht als Weichei gelte, wenn ich eines einmal nicht erreiche! Morgen ist jedenfalls Morgantown geplant, und wie John Denver schon gesungen hat, sollte das ja annähernd der der Himmel sein. Ist es das nicht, dann ist es zumindest in West-Virginia, und nicht mehr in Pennsylvania, womit ein weiterer Staat abgeschlossen ist.

Ach ja, das Knie: Heute mit Bandagen, Pulvern aus der Apotheke und einer Creme vor der Abfahrt einmassiert, hat es sich nie gemeldet. Ich habe auch ein bisschen fester mit links gekurbelt, und rechts entlastet. Ich denke, dass mit dieser Taktik die nächsten Tage keine weiteren Probleme auftreten sollten.

Etwas möchte ich jetzt noch loswerden: Vielen Dank für die vielen Grüße die ich kriege. Sei es als E-Mail, als Facebook Nachricht oder als Kommentare direkt hier im Blog. Ich freue mich immer sehr darüber, nach einem langen, anstrengenden Fahrtag eure Nachrichten zu lesen!

Jetzt höre ich aber auf, weil es ist eh schon wieder viel zu lang geworden. Ich denke, im mittleren Westen, Kansas und so gibt es aber eh weniger zum erzählen!

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 98,26 km
Tour Gesamt: 629,64 km
Fahrzeit(netto): 6:54:31
Fahrzeit(brutto): 07:53:01
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,22 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 73,14 km/h

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