Tag 11: Vienna, WV – Gallipolis, OH

Elevation Profile

Bevor ich mit dem Bericht von Tag 11 beginne, vielen vielen Dank an alle Leser und Kommentierer dieses Blogs. Da macht das ganze noch mehr Spaß, als komplett ohne Rückmeldungen!

Tag 11 sollte laut Wetterbericht verregnet sein. War er aber nicht, es war sogar zum Teil sonnig. Das war insofern nicht so gut, weil ich einen Regentag, und damit etwas weniger Kilometer geplant hatte.
In der Früh ging es ausnahmsweise eben los. Nach etwa 5 km war eine Brücke über den Ohio-River, der gleichzeitig auch die Staatengrenze zwischen West Virginia und Ohio ist. Normalerweise kostet die Benutzung 50 Cent, aber der Wegzolleinheber hat mir gesagt, wenn ich nicht über die Induktionsschleife fahre, dann lasst er mich umsonst rüber. Glück gehabt, ich dachte schon, er will mich nich über die Brücke lassen, als er mich anhielt. Auf der anderen Seite also wieder ein anderer Bundesstaat. Heute erfuhr ich übrigens, dass West Virginia auch „Mountain State“ genannt wird. Das ist wohl etwas übertrieben, aber im Kern trifft es dieser Name. Die Strecke war dann verhältnismäßig flach, man sieht es am Höhenprofil. Es ging zum Teil entlang des Ohios, zum Teil auch etwas durch das Hinterland, aber die Steigungen waren alle sehr gemütlich. Dass der Schnitt trotzdem unter 20 geblieben ist, ist dem doch recht kräftigen Gegenwind zu verdanken. Nach etwa 96 km war ich dann um 14:30 viel zu früh am Ziel, aber so hatte ich Gelegenheit, die Route der nächsten Tage (bis etwa Sonntag) vorauszuplanen. Auch ein Einkauf in Walmart stand wieder am Programm, neue Kniesalbe u.ä. besorgt. Ansonsten gibt es vom Radfahren nichts wirklich Neues zu berichten, nur dass die großen Hügel tatsächlich hinter mir liegen dürften. Verschreien will ich es nicht, aber man wird ja sehen. Auch dem Knie geht es eigentlich recht gut, es werden noch ein paar Schontage kommen, aber dann sollte die alte Form wieder kommen. Die Kraft in den Beinen ist jedenfalls schon da!

Neben dem Radfahren kann ich wieder mit kleinen Anekdoten aufwarten. Wie wir wissen, ist das Verhältnis von Amerikanern zu Schusswaffen ein relativ entspanntes. Dass eine Gun nichts außergewöhnliches ist, schließe ich einmal aus den Waffenverbotschildern in Lokalitäten, die wie bei uns die Rauchverbotschilder herumhängen. Wo man doch etwas staunt als Europäer, ist der Sender „Outdoor-Channel“, wo ich bei mehreren Werbepausen tatsächlich Werbespots für Faustfeuerwaffen erspähen konnte. So z.B. für die Walther Polizeipistole schmal (PPS), welche stilgerecht mit englischem th ausgesprochen wird. Eine gute Waffe aus deutscher Produktion, und perfekt für concealed carry, also dem verdeckten Tragen geeignet. Eine andere Werbung, für ein Produkt aus dem Hause Smith&Wesson spielt in einer dunklen Hinterstraße, eine gestalt huscht einer anderen Hinterher, diese zieht plötzlich eine Pistole mit integriertem Laserpointer aus dem Mantel. Es gibt übrigens auch ein Revolvermodell mit diesem Laser.
Worüber ich auch noch berichten will, sind zwei Fernsehsendungen. Die eine heißt „Friends of NRA“, und wenn ich es richtig interpretiere, fahren das zwei Moderatoren im ganzen Land herum, und testen Schießanlagen der NRA. Ist recht lustig. Aber noch besser ist die Sendung Top Shot. Das ist ein Schießwettbewerbsendung, wo mit allen möglichen Waffen, begonnen vom Wurfmesser bis zum Sturmgewehr Schieß bzw. Wurfwettbewerbe ausgetragen werden. Bei der Folge, die ich gesehen habe, musste ein Parkour in der Wüste von 4 Stationen, 2 mal Pistole, 2 mal Sturmgewehr, absolviert werden, wobei die Kandidaten auf wackeligen Plattformen standen. Nach dem Bewerb wird wer rausgewählt, wie genau das geht habe ich nicht verstanden, aber die Rauswahl ist nicht so Kindergeburtstagsmäßig wie Big Brother oder Dschungelcamp, sondern jeder Kandidat hat eine Zielscheibe mit seinem Namen, und zur Abstimmung tritt man vor, und schießt mit einer Pistole auf die Scheibe des Kandidaten, den man loswerden möchte. Ich find die Sendung lustig, aber ganz verstanden habe ich das System nicht. Aber ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es recht witzig klingt, wenn ein typisch-euphorischer Amikommentator ganz begeistert ein Wettschießen kommentiert! So, dass war es auch schon wieder, morgen geht es weiter!

httpvh://www.youtube.com/watch?v=1dRobLJF0iA

 

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 96,08 km
Tour Gesamt: 1046,53 km
Fahrzeit(netto): 5:18:10
Fahrzeit(brutto): 6:12:23
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,11 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 48,91 km/h

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