Tag 15: Sparta, KY – Paoli, IN

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Heute morgen war eigentlich Regen angesagt, doch es war dann nur bewölkt. Also schnell aufs Rad, und so viele Kilometer runterkurbeln wie möglich, bevor es zu regnen beginnt. Das waren dann auch fast 35. Kurz bevor es zu Regnen begann, ein lustiges Erlebnis mit einem Mops. Ich keuche eine stärkere Steigung hinauf, und schau nicht nach vorne, plötzlich steht ein Mops auf der Straße, und bellt natürlich. Vor den sonstigen Kampfhunden die hier ihr Unwesen treiben, hab ich ja respekt, aber vor einem Mops, naja, eigentlich nicht. Reflexartig war jedoch das Pfefferspray schon in der Hand, doch irgendwie hatte ich Mitleid mit dem Tier, das zwar sehr nah war, aber wenn es näher als einen Meter war von der eigenen Courage überrascht war, und wieder zurückschreckte. Um anschließend gleich wieder zu attackieren. Ich wollte den Mops also nicht „peppern“, sondern hab die Trinkflasche gezogen, und nach zwei mehr oder weniger gezielten Spritzern auf die Schnauze war schluss mit lästig.
Der Regen war schließlich mal ziemlich stark, mal weniger, und kurz vor Überquerung des Ohio Rivers nach Indiana erspähte ich ein Subway. Also reingeschneit, Sub (footlong natürlich, Philly-Cheese-Steak mit Zwiebel, Jalapeno, Cheddar und Chipotle Southwest Sauce) und ein Refillbecher besorgt. Dann gemütlich pausiert, wobei ich den erstaunten Angestellten Rede und Antwort stehen musste. Schön langsam ist es nämlich für die Leute beeinddruckend, wenn man sagt, dass man aus New York City (wichtig, sonst könnte es ja auch New York State sein!) weggefahren ist. Lustig war die eine Angestellte, die mir erklärt hat, dass die Leute hierzulande schon überlegen Kutschen mit Pferden(!!) zu fahren, weil der Sprit so teuer ist. Er kostet übrigens etwa 4,6 Dollar die Gallone, also Daumen mal Pi 85 Eurocent. Als ich ihr gesagt hab, dass der Sprit bei uns über den Daumen gepeilt etwa 7,5 US$ pro Gallone kostet (es leben die Einheiten und Umrechnereien, als ob $<->€ nicht schon genug wäre…), war sie baff. Ein anderer Kunde hörte das und frage: Are you from Canada?. War recht lustig.
Nun ging es über den Ohio (zum letzten mal auf dieser Reise nehme ich an), und ich war im Bundesstaat Indiana, welche angeblich sehr flach sein sollte. Nun, ich bin halt wieder einmal im „bergigen“ Süden, aber es ist kein Vergleich zu dem was ich bis jetzt hatte. Mit leichtem Rückenwind ging es flott westwärts, teilweise mit über 30 km/h. Mein Radler-Mojo ist also wieder da, und so beschloss ich, dass heute die 200 km fallen müssen. Die Fahrt ging zügig über ganz leicht welliges Gelände weiter, wo man schon die großen Weiten dieses Landes erahnen kann. Das erste mal eine gerade Straße auf etwa 10 km gesehen, das wird weiter im Westen sicher toll. Dann wieder Regen. Um 14:45 das Minimalziel, Salem,IN erreicht. Noch 30 km bis zum Idealziel, Paoli, und etwa 70 km bis zum Traumziel, Jasper, IN. Also weiter, Wind kommt mittlerweile leicht von der Seite, und es wird ziemlich warm. In der Früh waren es ca. 8 Grad, und nun waren 21 Grad erreicht. Warmfront halt. 15 km vor Paoli war es vorbei mit dem Traumtag. Gewitter, und wirklich fetter Regen. Zeitweise sogar etwas Hagel. Sicht 10 meter. Außerdem ist es plötzlich sehr dunkel geworden, und die Autos sind alle mit Licht gefahren. Nun, ich im Regengewand nach 2 Minuten durchnässt, treffe die Entscheidung, dass mit Jasper lassen wir mal, die Kraft ist wieder da, ich hebe mir es halt für besseres Wetter auf. Es waren lange Kilometer, aber nach etwa einer halben Stunde durch wirklich unangenehmes Wetter war ich im Motel. Leider kein besonders tolles, also kein Frühstück und auch keine Verpflegung in der Nähe. Aber die Hotelbesitzer waren so nett, und haben mich zum Walmart geführt, wo ich mich für heute Abend und morgen Früh versorgt habe.
Geocachen war ich auch, und habe meinen Pflichtcache im Bundesstaat gefunden.
Etwas anderes, was langsam zu beobachten ist, ist der sehr späte Sonnenuntergang. Die Sonne geht hier um etwa 20:35 loc. unter, und es ist sehr lange hell, während es in der Früh bis fast 7 Uhr finster ist. Man merkt, dass ich in der Zeitzone sehr weit westlich bin, und morgen sollte, wenn alles klappt, der erste Zeitzonenwechsel anstehen.
Bilder vom Gewitter gibt es heute keine, weil die Kamera soll ja nicht nass werden, aber ich denke, dass ein kleiner Eindruck vermittelt werden kann, wie sich die Landschaft langsam verändert. Laut Motelbesitzer wird es ab jetzt nur noch flacher, und Kansas soll überhaupt Bretteleben sein. Na, hoffentlich bleibt der Schiebewind erhalten!

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 158,45 km
Tour Gesamt: 1528,78 km
Fahrzeit(netto): 7:25:40
Fahrzeit(brutto): 9:21:46
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,33 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 63,45 km/h

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