Tag 17: Jasper, IN – Greyville, IL

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Heute war ein kurzer Tag angesetzt, weil das Wetter, wie allgemein schon bekannt sein dürfte, nicht gerade ideal ist. Leider habe ich nicht so gut geschlafen, und bin oft aufgewacht, was neben der etwas angespannten Lage auch auf ein Klimagebläse vor meinem Fenster zurückzuführen war, das alle 30 Minuten angesprungen ist. Um 6 Uhr wie üblich Tagwache, draußen schüttet es. Laut Weather Channel soll von 9-13 Uhr ein kleines Fenster mit geringer Niederschlagswahrscheinlichkeit sein, also zusammengepackt, und frühstücken gegangen. Dann die Zeit mit Telefonieren bis gegen 9 totschlagen, und dann auschecken. Beim auschecken begann dann eine Glückssträhne, die ich jetzt einmal als Osterwunder titulieren möchte. Ich habe mich über das Gebläse beschwert, und dass ich so oft aufgeweckt wurde, und ich daher einen „discount“ haben möchte. Und dieser kurze Satz hat zur Folge, dass ich nur 50% bezahlen muss. Sehr gut. Muss ich öfter versuchen.
Dann Rad aufgepackt, leichter Nieselregen, ins Regengewand und Abfahrt. Anfangs leichter Gegenwind, und leichtes Hügelgelände. Es hat viel geregnet, Felder und Sportplätze sind überflutet, aber der Regen lässt nach. Nach 40 Minuten kann ich die Regenjacke und Regenhose ausziehen, und es wird tatsächlich etwas freundlicher. Zeitweise kommt sogar der blaue Himmel raus, und ich fahre ziemlich flott nach Westen, denn wer weiß, wann wieder Regen kommt.
Leider steht nun ein Schild im Weg: „Road closed“. Ich habe in der Tankstelle daneben gefragt warum, worauf ich die Antwort bekam, dass die Straße unter Wasser sei, weil es so viel geregnet hat. Umweg kommt für mich erstmals nicht in Frage, daher denke ich mir, dass ich einmal soweit fahre wie ich komme, und dann weiter sehe. Und nach ein paar Kilometern steht die Straße tatsächlich unter Wasser. Die Amis in ihren Autos drehen um, und raten mir davon ab, da durch zu fahren, doch ein Klosterneuburger, der die Rollfährenstraße im Frühjahr kennt, weiß was von solchen Tipps zu halten ist. Solange keine Querströmung ersichtlich ist nämlich gar nix. Ich kurbel also munter ins Wasser, das sich als ca. 30-40 cm tief herausstellt.
Jetzt muss ich übrigens einmal ein Lob auf meine Ortlieb Packttaschen loswerden, denn wenn ich diese nicht hätte, dann hätten die letzten Tage wohl schon zu einem durchnässten Gepäck geführt, aber auch bei dieser Durchwatung haben sie meine Sachen zu 100% trocken gehalten. Bis auf das Gewand was ich beim fahren anhabe, ist wirklich alles supertrocken!
Nach etwa 300 Meter ist es auch schon wieder vorbei, meine Schuhe sind durchnässt, aber zum Glück ist es mit ca. 18°C relativ warm, und ich ziehe auch noch die Regenüberschuhe aus, damit die Füße trocknen können. Es geht flink weiter, und nun kommt sogar ganz kurz die Sonne raus. Um 12 bin ich in Princeton, IN, meinem Minimalziel bei Schlechtwetter. Aber es geht weiter, nach Mt Carmel, und somit nach Illinois und in die Central Time. Dies war eigentlich das eigentliche Ziel des Tages, aber da ich so schnell dort war, wollte ich was Essen, und weiterfahren. Leider hatte Subway zu, da Ostersonntag war, und so wurde es ein Triplewhopper bei Burgerking.
Nach der Jause waren noch ca. 30 km bis nach Grayville, IL zu bewältigen, eigentlich nur Flach, mit 24 bis 27 km/h. Leider kam dann doch noch Regen, und nach 50 Minuten Regenfahrt kam ich durchnässt, aber mit 125 km Tagesleistung sehr zufrieden im Motel in Grayville an.
Dort konnte ich mir noch einen 10% Rabatt erschnorren, weil ich so Nass war, und weil die Story vom Coast-to-coast Radler langsam zieht. Heute habe ich übrigens 1000 Meilen Tourdistanz zurückgelegt.
Bis jetzt war es ja ein Glückstag, jetzt begann der weniger gute Teil: Kaum Verpflegungsmöglichkeit. Das Motel ist an einer Interstatekreuzung, und es gibt 3 Möglichkeiten an Essen zu kommen: 1. Lieferservice, 2. Subway auf der anderen Straßenseite, 3. eine Tankstelle neben dem Subway. 1. und 2. könnt ihr euch denken: Ostern. Und das will ein kapitalistisches Land sein! Also in die Tankstelle, und zwei eher mäßige Mikrowellenburger besorgt, dazu ein Packerl Chips, und ein Softdrink. Nichts besonderes, aber ich hab auch noch 2 Packungen Mikrowellennudeln als eiserne Ration im Gepäck.
Tja, soweit der heutige Tag, ich hoffe, es war anschaulich genug, und ich wünsche aus der Einöde Illinois noch FROHE OSTERN!

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 124,83 km
Tour Gesamt: 1711,04 km
Fahrzeit(netto): 5:59:35
Fahrzeit(brutto): 7:01:25
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,82 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 42,68 km/h

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