Tag 22: Farmington, MO – St James, MO

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Heute in der Früh: Kaiserwetter. Etwas kühl, aber wolkenloser, sonniger Himmel. Der Rasttag hat gut getan, aber die Psyche ist noch nicht ganz frisch, und eine schlaflose Nacht haben ihr übriges dazu beigetragen, dass es eher mühsam losgeht. Abfahrt kurz vor 8, die ersten 10 km geht es flach dahin. Bis Potosi kommen nur minimale Steigungen, und eigentlich rollt es recht gut, die Sonne wird immer stärker, und ich kann mich bald von den Ärmlingen befreien. Nach knapp 60 km wird es Zeit für die erste Pause, und danach kommt es irgendwie nicht mehr so recht in die Gänge. Es ist der Wurm drin, die Beine sind wieder leicht gummiartig, und die mittlerweile wieder stark hügelige Topographie tun ihr übriges. Ich bin frustriert, und überlege, wie es weitergehen soll. Die Gedanken ans Aufgeben werden immer klarer, und ich will eigentlich nur noch nach St. James, und dort das Radfahren Radfahren sein lassen. Irgendwann komme ich bei einem kleinen Park neben der Straße vorbei, und lege mich auf eine Picknickbank, und schlafe eine Runde. Ich bin doch noch müde, und auch die anschließende Subway-Jause kann mich nicht wirklich motivieren. Die Hügel hier sind steil, aber kurz. Es erinnert an West-Virginia. Aber da muss ich jetzt durch denke ich mir. Dann spüre ich das linke Knie, das kann ich jetzt aber gar nicht brauchen. Nach langer Fahrt komme ich gegen 17 Uhr in St James, MO an, und kriege ein nettes Zimmer im Days Inn Motel. Ich gehe dann noch Nudeln essen, damit morgen die Kraft wieder da ist, und werde jetzt noch eine Runde in den Pool gehen, und früh schlafen gehen, damit ich das Schlafdefizit wieder aufhole. Morgen ist die Topographie vermutlich so wie heute, vielleicht nicht ganz so extrem, und ab übermorgen dürfte es deutlich flacher werden.
Achja: Aufgeben tut man einen Brief, und daher geht es natürlich weiter, wenn ich auch schon Rückfluge gecheckt habe, falls es gar nicht geht. Aber bei der Lufthansa auf der Homepage ist ein Foto von Monument Valley, und da muss ich umbedingt hin. Also wird weitergeradelt!
Die hiesige Landschaft erinnert mich übrigens ziemlich stark an das Bayrische Mittelgebirge. Zum Motorradfahren ist es hier ein Traum. Aber ich sehe wenig Motorräder, sondern sehr viele, etwas seltsame Trikes. Die dürften Spider oder so heißen, jedenfalls treten die hier zu hauf auf, und auch der Motelparkplatz ist voll von denen. Manche sind da sogar mit Anhänger unterwegs, für mich wär das nichts, ich bin froh über meine Bandit!
Achja, was ich vergaß: Dort wo ich heute nächtige verlief die berühmte Route 66. Gibt es natürlich nicht mehr wirklich, aber ein Schild habe ich gesehen, vielleicht geht sich morgen ein Foto aus!

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 126,03 km
Tour Gesamt: 2151,99 km
Fahrzeit(netto): 7:05:09
Fahrzeit(brutto): 9:17:40
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,78 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 61,38 km/h

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