Tag 20: Cape Girardeau, MO – Farmington, MO

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Tag 20, und heute auch die 2000 km Grenze überschritten. Doch der Tag war alles andere als gut. Die Anstrengungen der letzten Tage und das schlechte Wetter haben ihre Spuren hinterlassen, und dann kamen heute noch großräumige Straßensperren aufgrund von Hochwasser dazu, das hat mich nicht gerade motiviert. Und so war es auf der Alternativroute heute eine ziemliche Schinderei, wobei die Landschaft nicht so übel war, aber eben nicht zum genießen. Durch Geduld habe ich mir etwa 75 km erarbeitet, bevor wieder einmal ein kräftiges Gewitter niedergeht. Ich schaffe es gerade noch mich bei einer Kirche unter ein Flugdach zu retten, und beschließe es dort auszusitzen. Nach etwa einer Stunde, in der ich aufgrund meiner Müdigkeit mehrmals einnicke sieht es wieder heller aus, und ich beschließe meine Fahr wieder fort zu setzen. Das war aber offenbar ein Fehler, denn nach 5 Minuten beginnt es wieder stark zu regnen, und zwar richtig kräftig. Auch Hagel ist hin und wieder dabei. Ich beschließe, bei km 80, als ich bei starkem Gegenwind und Gewitter mich Hügel um Hügel weiterschiebe, einen Ride zu erhaschen. Fast 9 km vergehen, bis das erste Auto stehen bleibt. Ein Pick-Up mit Sattelanhänger mit Handwerkern. Sie sind auf dem Weg nach Farmington, MO, und können mich mitnehmen. Das Rad kommt in den Anhänger, ich auch, weil in der Kabine kein Platz mehr ist. Mir ist das egal, ich bin nass und müde, und bin froh dass mich die Burschen ins Motel bringen. Dort noch kurz geplaudert, und dann eingecheckt. Morgen ist Rasttag angesagt, denn langsam bin ich wirklich ausgelaugt, und muss einmal einen Tag Kraft tanken. Morgen gibts dann wieder ein paar Anekdoten, aber heute habe ich gleich nach dem Einchecken 3 Stunden geschlafen, und jetzt bin ich auch wieder müde, aber ich wollte zumindest einen kleinen Bericht reinstellen!

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 88,86 km
Tour Gesamt: 2025,96 km
Fahrzeit(netto): 5:21:01
Fahrzeit(brutto): 7:43:59
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,61 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 53,18 km/h

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Tag 19: Harrisburg, IL – Cape Girardeau, MO

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Nach den letzten Schlechtwettertagen ging es heute richtig schön los. Nach ein paar Kilometern habe ich einen rail to trail Radweg entdeckt, eine alte Eisenbahntrasse, die zum Radweg umgebaut wurde. Der Belag war zwar feiner Schotter, doch durch die Bäume links und rechts war der Einfluss des Windes stark reduziert. Nach 50 km auf diesem Trail ging es dann relativ hügelig weiter, immer etwas auf und ab in Richtung Westen. Ich muss dazu feststellen, dass durch die starken Regenfälle extrem viel überflutet ist, Felder, Wälder etc.
In Anna, IL war dann Subwaypause angesagt, wobei sich die Warnung des Onkels bestätigte. Ein Hinterwäldler hat mich gefragt, warum so beflaggt ist, und nicht anders, weil „nothing goes over the US“ und so weiter. Ja, egal, ich hab dann die US Flagge einfach wieder runtergenommen, weil ich auf solche Diskussionen keine Lust habe.
Nach der Pause ging es recht gut weiter, aber ihr habt sicher den Haken im heutigen Track bemerkt. Durch die vielen Überflutungen sind etliche Strassen gesperrt, und auf die Sperre wurde ich eben am Wendepunkt von einem freundlichen Herren aufmerksam gemacht. Zum Glück war ich noch nicht zu weit, und der Wind hat am Rückweg geschoben, so dass der Zeitverlust sich in Grenzen hielt.
Doch dann begann die Tortur, die letzten 30 km des Tages musste ich gegen schweren Gegenwind ankämpfen, wobei die Fahrgeschwindigkeit teilweise auf 14 km/h sank. Da war ich richtig glücklich, als ich endlich den Mississippi überqueren konnte, und mein Ziel, Cape Girardeau in Missouri erreicht habe. Die Fahrt über die Mississippibrücke kann man sich übrigens so vorstellen, als ob man die Donau am Pannenstreifen der Südost-Tangente überquert.
Eine gute Tat habe ich auch zu vermelden: Die häufigsten Roadkills in dieser Gegen sind Schildkröten(!!). Als ich eine Steigung rauffahre, sehe ich an der Kuppe eine Schildkröte, die sich gerade auf die Straße begibt. Zum Glück keine Fahrzeuge, also habe ich sie über die Straße getragen, und sie dann auch noch Fotografiert.
Das schlimmste momentan ist, dass auf meiner Fahrtroute für morgen ein Ort ziemlich überflutet ist, und damit sogar im Fernsehen ist. Seit Freitag sind hier etwa 30 cm Regen gefallen, und damit steht die ganze Gegend unter Wasser. Supertoll, wenn man auf Wasserfreie Straßen angewiesen ist. Jetzt muss ich für morgen evtl. etwas umdisponieren, was halt nicht so ideal ist. Naja, mal schauen, wie das Wetter wird, und wie die Straßen so drauf sind. Es ist nur unglaublich frustrierend, und dementsprechen gut bin ich gelaunt. Es tut mir daher leid, wenn dieser Eintrag nicht der gewohnten Qualität entspricht, aber momentan steht die Tour wahrlich unter keinem guten Stern. Zumindest geht es mir und dem Rad gut.

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 150,06 km
Tour Gesamt: 1937,10 km
Fahrzeit(netto): 8:06:54
Fahrzeit(brutto): 9:32:35
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,48 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 46,03 km/h

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Tag 18: Grayville, IL – Harrisburg, IL

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Tag 18 begann nicht so gut. Um 6 aufgestanden, und festgestellt, dass es kräftig regnet. Also gemütlich fertigmachen, und Wetterbericht studieren. Um 9 soll es weniger werden, also warte ich etwas. Da es wieder Unwetterwarnungen gibt, beschließe ich, bis Harrisburg, IL zu fahren, bevor die Gewitter am frühen Nachmittag wieder wüten. Um 9 wird der Regen tatsächlich schwächer, und ich breche auf. In der Lobby errege ich einiges an Aufsehen, und werde nach meiner Reise befragt, und verteile die Adresse dieses Weblogs an alle. Dann geht es hinaus in den leichten Regen, der aber bald wieder stärker wird. Nach etwa 30 Minuten hört der Regen jedoch wie vorhergesagt auf, und es geht unter dichten Wolken, die langsam lichter werden sehr mühsam dahin. Ich merke, dass ich heute wenig Substanz habe, das gestrige Abendessen war nicht gerade ein Energieschub, und die Beine fühlen sich an wie Gummi. Zum Glück ist es sehr flach, aber auch die kleinsten Steigungen bringen mich heute außer Tritt, und so zähle ich jeden einzelnen Kilometer bis ich endlich am Ziel bin. Ich bin auch unglaublich müde, da ich eigentlich seit Tourbeginn noch nie wirklich gut durchgeschlafen habe. Nach 60 km beginnt es dann auch wieder zum Regnen, und die ersten Gewitter zeichnen sich schon ab. Müde, aber glücklich bin ich gegen 13.30 in Harrisburg, und besorge mir ein Zimmer. Als ich im Zimmer bin schüttet es draußen kräftig los, und es Gewittert auch.
Ich Skype noch ein bisschen mit Heike, aber mir fallen fast die Augen zu, und so halte ich knapp 2h Mittagsschlaf. Danach zu Walmart, ein paar Kleinigkeiten und Verpflegung für morgen kaufen, und dann bei Pizza Hut eine große Portion Spaghetti sowie Salat vom Buffet verspeist, damit morgen die Energie wieder passt. Nun bin ich wieder im Motel und plane die nächsten Tage, und schreibe eben Weblog. Tut mir leid, dass nichts Spannendes passierrt, aber langsam stellt sich ein Trott ein: Aufstehen – Frühstück – Radeln – Zimmersuche – Skype&Weblog – Schlafen…
Sollte morgen das Wetter passen, wonach es momentan aussieht, geht es nach Cape Girardeau, welches bereits in Missouri liegt.

Hier noch die Daten des heutigen Fahrtages:

Tagesentfernung: 76,00 km
Tour Gesamt: 1787,87 km
Fahrzeit(netto): 3:44:44
Fahrzeit(brutto): 4:05:32
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,28 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 34,63 km/h

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